Ski

Aspen und Vail, Colorado, USA

Worte bei denen ambitionierter Skifahrer ins Träumen geraten. Ich schwärme, denn ich war da.

Nach dem „Urlaub meines Lebens - Kanada, ein Wintermärchen“, lockten die Rocky Mountains erneut. Wir eröffneten wortwörtlich die Saison in Aspen, in der zweiten Woche erkundeten wir Breckenridge, Beaver Creek, Vail, Keystone und nicht zu vergessen A-Basin.

In den trockenen „Champaign Powder“ waren wir bereits verliebt. Vielleicht sollte man eher sagen verdorben? In den Alpen lief die Schneesaison schleppend an. Grüne Hänge und zu milde Temperaturen, um die Schneekanonen zu betreiben. Ganz anders in Colorado. Bereits am Flughafen in Denver wurden wir gefragt: „Nach Aspen wollt ihr? Da soll’s schneien und kalt, sehr kalt werden!“. Genauso hatten wir uns den Urlaubsbeginn gewünscht.

So kamen wir auch an unserem ersten Skitag in den Genuss von Champagner-Schnee in „Buttermilch“. Buttermilk heißt einer der vier Hausberge Aspens. Zum Einfahren zieht man auch nachmittags noch die ersten Spuren im Schnee. Ein Phänomen, was uns auch in Snowmass, Aspen Highlands und Aspen Mountain begeisterte. Unser Favorit sind die Pisten der Highlands. Menschenleer und etwas für jeden Geschmack dabei, ob schnelles Cruisen auf breiten, sensationell gewalzten Pisten oder Abenteuerlust in der Bowl oder Wall. Die mit Diamanten gekennzeichneten Pisten halten was sie versprechen. Beim Ausprobieren lohnt es sich durchaus Ihren Namen wörtlich zu nehmen. Der Einkehrschwung ist auch in den USA nicht so populär wie in den Alpen. Allerdings möchten wir hier die Ski- und Restauranthütte Cloud Nine nicht vergessen. Mittags kann man dort an eingedeckten Tischen ein sehr leckeres Menü verspeisen. Eine Tischreservierung ist von Vorteil!

Das einstige Silberminenstädtchen Aspen versprüht seinen Charme gerade in der Vorweihnachtszeit. Bunt erleuchtet sind neben den Tannen auch die Restaurants und vielen Geschäfte. Nicht gerade günstig, aber man befindet sich ja in einem Nobelskiort. Bereits in Aspens Anfängen als Skiort lud man Prominente in die bezaubernde Bergwelt ein. So sparte man die Werbung und diese Tradition hält sich bis heute. Bunte Magazine berichten auch diesen Winter über schneebegeisterte Models mit Ihren erfolgreich singenden Ehemännern, und vielen anderen Stars und Sternchen. Nicht wenige von ihnen besitzen eine dieser riesigen Villen in Aspen oder näheren Umgebung.

Nach einer Woche machten wir uns mit dem Mietwagen auf den Weg nach Breckenridge. Hier ist der Western Flair unverkennbar. Die Mainstreet mit ihren vielen Geschäfte und Restaurants lädt zum Bummeln ein. Das ehemalige Goldgräberstädtchen hat zudem ein belebtes Nachtleben. Die Preise für Unterkunft und Verpflegung sind deutlich günstiger als in den anderen Nobelskiorten.

Auch das weitläufige Skiareal bietet viel Abwechslung und Pisten für jeden Geschmack. Allerdings sind die Hauptabfahrten stark frequentiert. Im Vergleich zu Aspen tummeln sich hier viele Ski- und Snowboardanfänger. Nicht zu vergessen ist die extreme Höhenlage des Ortes. Am Peak 8 (die Skiberge sind einfach durchnummeriert) führen die Lifte in bis zu 3.900 m Höhe! Es wird vor Höhenkrankheit gewarnt.

Mit dem Skipass erhält man auch die Möglichkeit einen Abstecher in die naheliegenden Skiorte zu machen. Nach etwas über einer Stunde Autofahrt erreicht man Beaver Creek. Erst 1980 wurde dieser für die High Society konzipierte Skiort eröffnet. Die Preise sind deftig, aber man erhält wirklich erstklassigen Service. Die Pisten sind hervorragend präpariert und am Ende eines langen Skitages erwarten die lächelnden Servicekräfte die erschöpften Sportler mit leckeren Keksen. Rolltreppen im Ort und eine beheizte Fußgängerzone runden das Angebot ab. Fast schon übertrieben.

Gleich nebenan locken die Abfahrten von Vail, dem größten Skigebiet der USA. Der Ort ist groß und wenig ursprünglich. Aber die Dorfatmosphäre ist sehr lebhaft und das Village autofrei. Am schönsten - und das ist am Wichtigsten - sind die Pisten und das weitläufige Off-Piste-Terrain in den baumfreien Backbowls. Mit den modernen Liften (überwiegend High Speed) schafft man auch an einem Tag die interessantesten Pisten auf der Rückseite des Hausberges. Wir hatten das Vergnügen einen 100%igen Powdertag zu erwischen. Unvergesslich!

A-Basin und Keystone sind zwei kleine, aber sehr hochgelegene Skiorte. Mit wenigen Liften wurde hier eine optimale Erschließung des Skigebiets erreicht. In Keystone sorgen beleuchtete Abfahrten für einen bis zu 14-stündigen Skitag. Aufgrund der Höhenlage ist der Schnee perfekt und die Pisten gut präpariert.

Die zweite Woche der Reise war so abwechslungsreich, dass sie wie im Fluge verging. Jeden Tag ein neues Skigebiet geht aber auch ganz schön an die Kondition. Die schwarzen/ diamantenen Abfahrten sind deutlich anspruchsvoller als in Europa. Aber das macht auch gerade den Reiz aus. Wer also sportlich Skifahren kann, die weite Reise nicht scheut und ein bisschen mehr in die Reisekasse tut, wird einen unvergesslichen Urlaub erleben! Man könnte glatt auf sich selbst neidisch werden.

http://www.aspensnowmass.com/
http://vail.snow.com/winter/