Theater

Nur eine Liebelei…

(Arthur Schnitzler, Inzenierung Michael Thalheimer im Thalia Theater)

… ist für den jungen Fritz seine Beziehung zu Christine. Er hat sich bereits anderweitig umgesehen und eine Liebschaft mit einer verheirateten Frau anfangen.

Sein Freund Theodor rät ihm von diesen komplizierten Verhältnis ab. Er selbst ist mit Christines Freundin Mizi zusammen. In diesem Quartett wird eine egoistische Oberflächlichkeit sichtbar. Die Darsteller sehen sich während der Inzenierung kaum ins Gesicht, ihre Körper verdreht, nicht zueinandergewand. Jeder ist auf seine Art sprachlos. Nur Christine, die aufrichtig ihren Fritz liebt, sucht nach mehr Gefühl und Geborgenheit.

Ziemlich allein steht sie dort auf der Bühne. Kalt und karg ist es. Vielleicht ahnt sie schon, daß diese Beziehung mehr Tränen in Ihr Gesicht als ein Lächeln zaubert.

Der betrogene Ehemann forderte Fritz zum Duell. Fritz bestätigt den vereinbarten Termin und ist um seine Geliebte besorgt. Andererseits ist er noch mit Christine verabredet. Sie werden sich ein letztes Mal sehen. Christine wird er es nicht erzählen, sondern spricht von einer Reise, die er antreten wird. Sie fühlt sich ihm so nah wie nie zuvor, aber glücklich scheint sie nicht.

Mizi kann Tage später Ihre Freundin nicht trösten, ihr fehlen schlichtweg die Worte. Sie selbst kann sich nicht in Christines Schmerz hineinversetzten. Fritz meldet sich nicht und scheint vom Erdboden verschwunden. Christines verständnisvoller Vater ist hilflos. er sieht seine Tochter leiden, aber auch er kann keinen Trost spenden.

Theodor, der seinen Freund Fritz zum Duell begleitet hatte, tritt auf und windet sich. Es ist der Moment der Wahrheit gekommen. Fritz ist tot, bereits begraben. Nur seine nächsten Familienangehörigen haben am Grab gestanden - nicht aber Christine, die ihn am meisten liebte. Ein Schlag ins Gesicht.

Plötzlich steht Christine wieder allein auf der Bühne mit einem Blick voller Gewissheit.

http://www.thalia-theater.de

 

 

Fazit:

Sehr moderne Inzenierung mit schlichten, grauen Bühnenbild.
Es gibt teilweise komödiantische Einlagen, aber ansonsten eher ernste Handlung mit kalter Atmophäre.
Gute schauspielerische Leistung junger Darsteller.