Oper

Turandot - Schlossfestspiele 2002 in Schwerin.

Im Jahr 2002 verwandelte sich der Alte Garten, auf dem in den letzten Jahren die Opern Aida und Nabucco aufgeführt wurden, in das märchenhafte Peking. Es war Schauplatz für Puccinis zuletzt geschriebene Oper „Turandot“.

Der Alte Garten

Wieder sitze ich auf der Tribüne und genieße schon vor Beginn der Oper die Atmosphäre des Schlossfestspiels. Die Zuschauer treffen heute zünftig angezogen mit Decken und Sitzkissen ausgestattet ein. Dicke Wolken hängen über uns, es sieht nach Regen aus. Hoffentlich hält das Wetter! Das Orchester sitzt dieses Jahr nicht draußen, es gibt eine Live-Übertragung. Aber bei dem unbeständigen Wetter für die Musikinstrumente eine gute und sichere Entscheidung. Ich sehe noch mal zum Schweriner Schloss hinüber und wickle mich noch etwas fester in die Decke ein. Die Fanfare ertönt.

Erster Akt

Ganz Peking ist versammelt, um den Mandarin ein wohlbekanntes Gesetz verkünden zu hören: Der Bewerber um die Hand der Prinzessin Turandot, der drei ihrer Rätsel nicht lösen vermag, verwirkt sein Leben. Der Prinz von Persien muss sterben, er ist bereits der dreizehnte Kandidat. Das Volk fordert den Henker. Eindrucksvoll sind die Kostüme des Volkes, des Henkers und seiner Helfer. In der Menge stehen der exilierte König der Tataren, König Timur, und seine Sklavin Liu. Timur stürzt im Gedränge, ein junger Mann hilft ihm auf. In ihm erkennt der alte König seinen verloren geglaubten Sohn Kalaf. Die Freude hält allerdings nicht lange an, die Prinzessin Turandot erscheint. Sie verweigert die Begnadigung des Prinzen von Persien. Trotz dieser unerbittlichen Haltung ist Kalaf fasziniert von dieser Frau und will sich als nächster Bewerber melden. Sein Vater und die Sklavin versuchen ihn vom diesem Vorhaben abzubringen. Liu ist selbst in Kalaf verliebt, aber ihre Bemühungen sind erfolglos. Selbst der Spott der drei Minister Ping, Pang und Pong können Kalaf nicht abhalten: er schlägt den Gong, der einen neuen Kandidaten ankündigt.

Zweiter Akt

Die drei Minister treten in ihren farbenprächtigen Gewändern auf. Sie beklagen die Zustände im Land und die Toten die Turandots Gesetz mit sich gebracht hat. Das Volk und verschiedene Würdenträger versammeln sich zur Zeremonie des Rates. Der Kaiser von China versucht ein letztes Mal den jungen, unbekannten Mann von seinem Vorhaben abzubringen, aber dieser bleibt entschlossen.

 

Bevor es zur Rätselprobe kommt, erklärt die Prinzessin ihr grausames Verhalten. Ihre Vorfahrin wurde von einem fremden Mann entführt und geschändet. Die Rätsel sind eine späte Konsequenz. Sie stellt dem Fremden die Fragen und zum Erstaunen aller löst er die Rätsel. Das Volk ist außer sich vor Freunde. Nur die Prinzessin ist verzweifelt und fleht ihren Vater an. Der Kaiser besteht auf die Einhaltung des Gesetzes. Kalaf stellt ihr jedoch im Gegenzug eine Aufgabe, um ihr einen Ausweg zu bieten: Sie solle bis zum nächsten Morgen seinen Namen nennen, dann würde er sterben.

Dritter Akt

Bei Androhung von Folter und Tod befiehlt Turandot dem Volk, den Namen des Fremden herauszufinden. Die drei Minister versuchen Kalaf mit Geld, Frauen und Ruhm zu bestechen - vergeblich. Schließlich werden der alte König Timur und Liu aufgegriffen und befragt. Die Sklavin Liu will den König schützen und erklärt, dass sie als einzige den Namen des unbekannten Jünglings kenne, verrät ihn aber nicht. Turandot befiehlt die Folter. Aus Angst dieser nicht standhalten zu können nimmt sich Liu mit Hilfe eines entwendeten Dolches das Leben. Später sind die Prinzessin und ihr Bewerber allein. Seine leidenschaftlichen Küsse brechen Ihren Stolz. Sie bittet ihn zu gehen, seinen Namen habe sie nicht in Erfahrung bringen können. Doch er nennt ihr seinen Namen: Kalaf, Sohn des Timur.

Das Paar tritt vor das Volk und seinen Kaiser. Turandot nennt den Namen des Fremden. Er laute: „Amore“. Das Volk jubelt - die Liebe hat gesiegt.

Schweriner Abend

Mit dieser wunderschönen, märchenhaften Schlussszene endet ein eindrucksvoller Opernabend. Das Publikum feiert die Darsteller, die sich auch durch den einsetzenden Regen nicht haben irritieren lassen, mit tosendem und langem Beifall.

Doch neben den Schlossfestspielen hat Schwerin noch viel mehr zu bieten so dass sich ein Wochenendausflug in jedem Fall lohnt.

www.theater-schwerin.de

Fazit:

Dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin ist es erneut gelungen uns einen wundervollen Abend zu bereiten. Die Kulisse und das Ensemble sind hervorragend, insbesondere da es das Theater geschafft hat sich als feste Institution zu etablieren und dies große Sänger anzieht. Die 10ten Schlossfestspiele in Schwerin sind ebenso wie im letzten Jahr ein Muss für jeden Operninteressierten und alle anderen die es werden wollen.