Der Alte Garten
Wieder sitze ich auf der Tribüne und genieße schon vor
Beginn der Oper die Atmosphäre des Schlossfestspiels. Die Zuschauer
treffen heute zünftig angezogen mit Decken und Sitzkissen ausgestattet
ein. Dicke Wolken hängen über uns, es sieht nach Regen
aus. Hoffentlich hält das Wetter! Das Orchester sitzt dieses
Jahr nicht draußen, es gibt eine Live-Übertragung. Aber
bei dem unbeständigen Wetter für die Musikinstrumente
eine gute und sichere Entscheidung. Ich sehe noch mal zum Schweriner
Schloss hinüber und wickle mich noch etwas fester in die Decke
ein. Die Fanfare ertönt.

Erster Akt
Ganz Peking ist versammelt, um den Mandarin ein wohlbekanntes
Gesetz verkünden zu hören: Der Bewerber um die Hand der
Prinzessin Turandot, der drei ihrer Rätsel nicht lösen
vermag, verwirkt sein Leben. Der Prinz von Persien muss sterben,
er ist bereits der dreizehnte Kandidat. Das Volk fordert den Henker.
Eindrucksvoll sind die Kostüme des Volkes, des Henkers und
seiner Helfer. In der Menge stehen der exilierte König der
Tataren, König Timur, und seine Sklavin Liu. Timur stürzt
im Gedränge, ein junger Mann hilft ihm auf. In ihm erkennt
der alte König seinen verloren geglaubten Sohn Kalaf. Die Freude
hält allerdings nicht lange an, die Prinzessin Turandot erscheint.
Sie verweigert die Begnadigung des Prinzen von Persien. Trotz dieser
unerbittlichen Haltung ist Kalaf fasziniert von dieser Frau und
will sich als nächster Bewerber melden. Sein Vater und die
Sklavin versuchen ihn vom diesem Vorhaben abzubringen. Liu ist selbst
in Kalaf verliebt, aber ihre Bemühungen sind erfolglos. Selbst
der Spott der drei Minister Ping, Pang und Pong können Kalaf
nicht abhalten: er schlägt den Gong, der einen neuen Kandidaten
ankündigt.
Zweiter Akt
Die drei Minister treten in ihren farbenprächtigen Gewändern
auf. Sie beklagen die Zustände im Land und die Toten die Turandots
Gesetz mit sich gebracht hat. Das Volk und verschiedene Würdenträger
versammeln sich zur Zeremonie des Rates. Der Kaiser von China versucht
ein letztes Mal den jungen, unbekannten Mann von seinem Vorhaben
abzubringen, aber dieser bleibt entschlossen.
|
Bevor es zur Rätselprobe kommt, erklärt die Prinzessin
ihr grausames Verhalten. Ihre Vorfahrin wurde von einem fremden
Mann entführt und geschändet. Die Rätsel sind eine
späte Konsequenz. Sie stellt dem Fremden die Fragen und zum
Erstaunen aller löst er die Rätsel. Das Volk ist außer
sich vor Freunde. Nur die Prinzessin ist verzweifelt und fleht ihren
Vater an. Der Kaiser besteht auf die Einhaltung des Gesetzes. Kalaf
stellt ihr jedoch im Gegenzug eine Aufgabe, um ihr einen Ausweg
zu bieten: Sie solle bis zum nächsten Morgen seinen Namen nennen,
dann würde er sterben.
Dritter Akt
Bei Androhung von Folter und Tod befiehlt Turandot dem Volk, den
Namen des Fremden herauszufinden. Die drei Minister versuchen Kalaf
mit Geld, Frauen und Ruhm zu bestechen - vergeblich. Schließlich
werden der alte König Timur und Liu aufgegriffen und befragt.
Die Sklavin Liu will den König schützen und erklärt,
dass sie als einzige den Namen des unbekannten Jünglings kenne,
verrät ihn aber nicht. Turandot befiehlt die Folter. Aus Angst
dieser nicht standhalten zu können nimmt sich Liu mit Hilfe
eines entwendeten Dolches das Leben. Später sind die Prinzessin
und ihr Bewerber allein. Seine leidenschaftlichen Küsse brechen
Ihren Stolz. Sie bittet ihn zu gehen, seinen Namen habe sie nicht
in Erfahrung bringen können. Doch er nennt ihr seinen Namen:
Kalaf, Sohn des Timur.

Das Paar tritt vor das Volk und seinen Kaiser. Turandot nennt den
Namen des Fremden. Er laute: „Amore“. Das Volk jubelt
- die Liebe hat gesiegt.
Schweriner Abend
Mit dieser wunderschönen, märchenhaften Schlussszene
endet ein eindrucksvoller Opernabend. Das Publikum feiert die Darsteller,
die sich auch durch den einsetzenden Regen nicht haben irritieren
lassen, mit tosendem und langem Beifall.
Doch neben den Schlossfestspielen hat Schwerin noch viel mehr zu
bieten so dass sich ein Wochenendausflug in jedem Fall lohnt.
www.theater-schwerin.de
|